Startschuss für den Landestierschutzplan

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Am Montag den 19.12.2016 trafen sich ca 250 Vertreterinnen und Vertreter des Aktionsbündnisses Agrarwende, des Berufsstandes der Landwirtschaft, Parlamentarier und viele Interessierte zur Auftaktveranstaltung des Tierschutzplans des Landes Brandenburg. In der von Minister Jörg Vogelsänger im Zentrum für Gewerbeförderung Götz/Groß Kreutz eröffneten Veranstaltung stellten das Aktionsbündnis und die Landwirte ihre unterschiedlichen Perspektiven zur Nutztierhaltung in Brandenburg vor. Neben Fachreferaten kam es zu einer lebhaften und kontroversen Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der Tierhaltung in Brandenburg.

Nach einer konstruktiven Aussprache mit Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger in der vergangenen Woche zur Vorgehensweise und Zielsetzung des Tierschutzplans konnten die Initiator*innen des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung eine gemeinsame Lenkungsgruppe bei dem Prozess durchsetzen, an der das Aktionsbündnis und Berufsstand paritätische beteiligt sein werden. Die Auftaktveranstaltung selbst setzte am Montag zunächst einmal mit einem Informations- und Diskussionsangebot den offiziellen Startschuss für den Tierschutzplan. Im Januar wird sich dann der Lenkungsausschuss gründen und die verschiedenen Facharbeitsgruppen einsetzen.

Siehe, es geht: Mit einem eindrucksvollen Vortrag demonstrierte Landwirt Christoph Becker, Schweinemäster aus Reddingen (Niedersachsen), mit welchen Verfahrensweisen er in der Praxis das Schwanzbeißen bei Schweinen sichtbar reduzieren kann. Ein Verzicht auf das Kupieren erfordert viel Feingefühl und eine Gelingen hängt von vielen Einzelfaktoren im täglichen Stallmanagement ab. Innovationen sind gefragt, hängen jedoch oft auch von finanziellen Ressourcen ab. Damit sich Modellversuchen bei laufendem Praxisbetrieb auch für den Lebensunterhalt des Landwirts rechnen, werden sie über verschiedene Programme gefördert.

Wie wichtig die Kernkompetenz der Mediation für einen derartigen Prozess ist, zeigte bereits am Anfang die kontroverse und zum Teil heftige Diskussion um den Tierschutzplan. Derzeit ist noch nicht bei allen Akteuren, vor allem aus dem Berufsstand, angekommen, welch Vorteile ein Tierschutzplan für die regionale Landwirtschaft haben kann. Im Januar werden Aktionsbündnis, Berufsstand und die beteiligten Ministerien zunächst einmal konstruktive Arbeitsstrukturen schaffen, um schnell an die Ergebnisse anderer Bundesländer anknüpfen zu können.

Der Landestierschutzplan ist eines der Ergebnisse des erfolgreichen Volksbegehrens gegen die Massentierhaltung in Brandenburg. Im April hatten sich Landesregierung und Aktionsbündnis auf die Erarbeitung eines Landestierschutzplans geeinigt. Dieser soll bis Ende 2017 ein Maßnahmenkatalog als politisches Positionspapier entwickeln, um verschiedenen Problembereiche bei der Nutztierhaltung in Brandenburg anzugehen. Er wird in verschiedenen Facharbeitsgruppen erstellt und von Vertreterinnen des Aktionsbündnisses gemeinsam mit dem Berufsstand ausgearbeitet. Das Kampagnenbüro des Aktionsbündnisses wird an dieser Stelle über den Prozess berichten.